Neue Erkenntnisse der Sexualmedizin – Tagung in Istanbul

Anfang Februar tagten 1500 Sexualmediziner aus aller Welt in Instanbul. Beim Kongress der Europäischen Gemeinschaft für Sexualmedizin befassten sich Wissenschaftler auch mit einigen wegweisenden Trends in ihrem Bereich.

Dazu gehört die Entwicklung neuer Potenzmittel. Eines davon wird tropfenweise auf die Eichel gegeben, statt es zu schlucken. Als besonders vielversprechend erweist sich in diesem Bereich der Wirkstoff Avanafil. Nicht nur lassen sich bei seiner Anwendung deutlich weniger Nebenwirkungen beobachten als bei der von herkömmlichen Potenzmitteln. Auch wirkt er erheblich schneller als bisher verbreitete Präparate. Während es bei Letzteren etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt, bevor sich die potenzsteigernde Wirkung voll entfaltet, verkürzt sich diese Zeit bei Anafil um die Hälfte.

Männer, die aufgrund von Durchblutungsstörungen an erheblichen Potenzproblemen leiden, können in Zukunft vielleicht von einer neuartigen Schockwellentherapie profitieren, die auf niederenergetischen Schallwellen basiert. Patienten ist schon nach wenigen Anwendungen wieder Geschlechtsverkehr möglich und die Wirkung hält sogar ganze zwei Jahre an.

Frohe Kunde gibt es auch für Männer, die von einem Testosteronmangel betroffen sind – ein häufiges Phänomen bei Männern über 50. Während bislang davon ausgegangen war, dass Testosteron-Behandlungen mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs einhergehen würden, haben Langzeitstudien diese Annahme widerlegt. Betroffenen können in naher Zukunft in Deutschland sogar ein Testosteron-Spray erstehen, das wie herkömmliche Deos unter die Achselhöhle gesprüht wird

Aber Entwicklungen im weiblichen Sexualleben wurden in Istanbul diskutiert. So lässt sich ein Trend hin zu Schönheitsoperationen im weiblichen Intimbereich beobachten. Dabei werden unter anderem große Schamlippen verkleinert. Speziell in türkischen Privatkliniken lassen sich immer mehr Frauen ihr Jungfernhäutchen wiederherstellen. Schließlich ist vorehelicher Geschlechtsverkehr von Frauen in der Türkei immer noch vielerorts ein schwieriges Thema.

Konsequent zeigen sich viele Frauen, deren Ehemann von einem vorzeitigen Samenerguss betroffen ist. Eine Studie mit 1500 Teilnehmerinnen ergab, dass ein Viertel der Frauen ihren Mann verlassen, weil sie so keine sexuelle Befriedigung erfahren. Nur etwa die Hälfte aller Frauen können bei einem Geschlechtsverkehr von weniger als zwei Minuten einen Orgasmus bekommen.

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